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Die "Stärke" der Wildpflanzen 17.8.2007

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Die "Stärke" der Wildpflanzen 17.8.2007

Taraxacum officinale - der Löwenzahn - Inbegriff einer "vitalen" Pflanze! Der Zusatz "officinale" bedeutet, daß solche Pflanzen traditionell in Apotheken ("Officina") geführt werden.

Der Engelwurz, der Großen Klette oder der Wurzel des Wiesen-Bärenklaus (des europäischen "Ginseng"!) sieht man ihre Kraft und Stärke unmittelbar an. Dabei sind wir selbst sehr wohl mit ihnen "verwandt" - unser Körper braucht und verwendet dieselben (essenziellen) Aminosäuren, (essenziellen) Fette und Kohlenhydrate, dieselben Vitamine und Antioxidanzien wie sie!
Am Fr 17.08.2007


Als ich vor vielen Jahren begann, Seminare zum Thema "Essbare Wildpflanzen" zu veranstalten und mit großer Begeisterung über diese Wildpflanzen zu erzählen anfing, sagte mir eine junge Frau: "Die sind ja für uns Großstadtmenschen viel zu stark!" Hatte sie Angst davor? Fühlte sie sich selbst so schwach? Sicher, die Großstadt macht uns schwach: ein Alltag voller Streß - und jede neue Bequemlichkeit, die uns davon befreien soll, scheint sogleich neue Bedrohungen für unser Leben bereit zu halten. Wollte sich diese Frau nur noch mit Schwachem zufrieden geben? Worin besteht die Stärke der Wildpflanzen? Werden wir durch ihre Stärke auch wieder stark und gesund?

Jeder lebende Organismus zeichnet sich durch eine ihm innewohnende Kraft aus. Diese seine "Lebenskraft" erschafft ihn fortwährend aufs neue, ein ständiger Auf- und Abbau – Stoffwechsel, Metabolismus – gesteuert durch ein genetisches Programm, in ununterbrochener Wechselwirkung mit der Umwelt, dem Milieu, in dem er lebt. Diese Umwelt stellt für jedes Lebewesen eine Art Widerstand dar, an dem es ständig die eigene Stärke, seine Lebensfähigkeit, beweisen muß: Kälte, Hitze, Nässe, Bakterien, UV-Strahlung sind Beispiele; auch Widerstände, die wir mit Muskelkraft überwinden müssen: durch Gehen, Laufen, Springen, Klettern etc. Indem sich ein Lebewesen immer wieder an solchen Widerständen mißt und sie überwindet, wird es stark, lebt es. Wir brauchen nur Kinder zu beobachten, wenn sie die Welt zu erobern beginnen. Sind ihnen diese Widerstände auf Dauer zu groß, werden sie scheitern und umkommen; verschwänden sie indessen, so würden diese Kinder ebenfalls verkümmern.

Hierzu ein kurzer Seitenblick in die Tierwelt: Fische, Wale, Pinguine gleichen sich in ihrer Körperform und der Art ihrer Fortbewegung auf erstaunliche Weise, obwohl die Vorfahren der Pinguine als Vögel einst dem Luftraum angepaßt waren, und jene der Wale als Säugetiere auf dem Land lebten. Das Milieu Wasser, der "Widerstand", den ihnen diese neue Umwelt entgegengesetzt hat, prägte sie.

Wechselwirkungen

Vielleicht gibt es ja schon Menschen, die aufgrund genetischer Veränderungen in einer von Streß und Umweltgiften belasteten Gegenwart besser überleben können als in einer Umwelt, an die die Mehrheit aller übrigen Menschen nach wie vor noch optimal angepaßt ist: unsere steinzeitliche Vergangenheit. Gesundheit ist jenes Fließgleichgewicht, das sich aus der Wechselwirkung unserer Bedürfnisse mit den Gegebenheiten unserer Umwelt fortwährend neu einstellt. Gesundheit ist für jeden einzelnen etwas sehr Spezifisches, aber auch Wandelbares. Sich gesund oder krank zu fühlen, kann sich schon von einem Augenblick zum nächsten schlagartig ändern; an diesem Balance-Akt von Individuum und Umwelt ist nicht nur unser Körper beteiligt, sondern ebenso unsere Psyche und unsere geistige Einstellung: so wirken Gefühle wie Freude oder Angst unmittelbar auf das molekulare Geschehen in unseren Immunzellen. Leider orientieren wir uns viel zu oft an unserem Versagen, an unseren Krankheiten und viel zu wenig an jenen Augenblicken des Hochgefühls, unserer Stärke, an unserem "Ganz-Sein" (wo uns nichts "fehlt"!), das unsere eigentliche Natur ist – sonst gäbe es uns Menschen längst nicht mehr!

Von Natur aus gesund!

Wie fühlen sich Gesund-Sein, Stärke an? Wodurch werden sie (bei mir!) beeinträchtigt, wie kann ich sie wiedergewinnen? Ein steter Prozeß, den wir nicht unserer Bequemlichkeit, der Resignation oder vermeintlich Wichtigerem opfern sollten!

Was hat all das nun mit der Stärke der Wildpflanzen zu tun? Wildpflanzen enthalten Substanzen (Genaueres dazu in den weiteren Folgen), die unser Körper genauso braucht, wie die Katze ihren Kratzbaum, damit deren Krallen ihre Schärfe behalten - und unser Körper seine Widerstands-"Kraft", unser Immunsystem seine Schlag-"Kraft" und unser Verdauungssystem die Fähigkeit, mit Giftstoffen fertig zu werden, denen wir nur allzuoft ausgesetzt sind (allergische Erkrankungen haben hier eine wesentliche Wurzel). Genau diese "Stärke", die unseren Kultur-Pflanzen schon weitgehend weggezüchtet wurde, können wir uns von Wildpflanzen wieder holen!
Dr. Günter Nöll, 17.8.2007
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  • Dr Günter Nöll, Neulengbach

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